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Von Montag früh bis gestern Abend weilte ich zusammen mit einem Kumpel – Pirmin – in London. Pirmins Schwester Judith hatte geschäftlich dort zu tun, so dass wir sie und eine Freundin von ihr – Sandra – dort trafen. Sandra kennt sich in London sehr gut aus, ein großer Vorteil. Allerdings reisten die Mädels bereits am Dienstagabend wieder ab, so dass Pirmin und ich uns die restlichen zwei Tage allein rumtrieben. Klappte aber 1a.
Wir sind mit Ryanair von Baden-Baden aus nach Stansted geflogen und mit dem Stansted-Express in die Stadt gefahren. Gewohnt haben wir in einer billigen Absteige namens Piccadilly Backpackers direkt am P. Circus. Ständig wechselnde Zimmergenossen, Etagenklo und -Dusche, miesestes Frühstück ever und der verranzte Allgemeinzustand entsprach genau dem, was wir uns für 17 Pfund pro Nacht und Nase (Viererzimmer) vorgestellt hatten. Aber war okay, war ja nur zum Schlafen, und einigermaßen sauber war der Laden schon.
Das Frühstück will ich noch etwas näher erläutern: Das “Hotel” besitzt acht Stockwerke (G, 1-7), von denen aber das erste und zweite OG nicht begehbar sind – keine Ahnung warum. Wir wohnten im 3. OG in Zimmer 312, und da der Lift immer komplett überlastet und sehr klein war, war das Glück, weil wir also nur den kleinsten Fußweg via Treppe von unten er leisten mussten. Schrecklich, wenn wir jedesmal ins Siebte hätten stiefeln müssen! Na jedenfalls gibt es da im 4. OG nicht nur Rezeption, Gemeinschaftszimmer und Gepäckaufbewarung sondern auch den legendären Breakfast Room, zu sehen auf diesem Foto. Der Raum wird dominiert von einem gigantischen langen Tisch, an dem viele Plastikbarhocker ohne Lehne auf den hungrigen Gast warten. Dieser muss sich in einer Schlange anstellen, bekommt einen Pappteller, einen Pappbecher, Plastikbesteck (es wird nach dem Frühstück alles weggeschmissen!), 2 Scheiben Weizentoast und darf sich entweder ultraekelhaften Orangensaft oder “Anrührkaffee” (Instantkaffee) nehmen. Auf dem Gemeinschaftstisch stehen je ein 5-Kilo-Pott Margarine und Strawberry Jam (Erdbeermarmelade). That’s all! St. Arbucks, bitte für uns!
Die Anreise verlief problemfrei, das U-Bahn-System von London ist genial. Liniennamen statt Nummern, Himmelsrichtungen statt Endbahnhöfen – und eine Hammertaktung (zweieinhalb Minuten in guten Zeiten). Klasse.
Zum Ablauf:
Tag 1: Anreise, Einchecken, Meeting mit Judith, kleines Sightseeing an die Themse via Trafalgar Square, Meeting mit Sandra, noch ein wenig Sightseeing (Bin Ben, Buckingham Palace, Green’s Park, Covent’s Garden, Chinatown …), abends Abendessen, Kuchen kaufen und Judiths Geburtstag im Frühstücksraum im Hotel feiern. Ungluablich, wieviel Zucker (-Guss) man in einen Birthday Cake p/backen kann.
Tag 2: Nach Einnahme des oben erwähnten Traumfrühstücks Pilgerreise zum Starbucks (allein am P. Circus gibts drei, die man innerhalb von zwei Minuten zu Fuß erreichen kann, rote Ampeln natürlich standesgemäß ignorierend), Fußmarsch über den Trafalgar Square (Brunnen fotografiert) zur U-Bahn, Fahrt zur Tower Bridge, Ausruhen, dann weiter nach Notting Hill, Mittagessen im Lazy Daisy Café, Bummel durch Notting Hill (Portobello Market), später Verabschiedung der Mädels, erneuter Bummel durch die City, Abendessen im Burger King, früh zu Bett.
Tag 3: Morgens Frühstück im Starbucks, Einkaufen in der Jermyn Street, Mittagessen im Pizza Hut (all you can eat für 4,99 Pfund), nachmittags Fahrt nach King’s Cross Station, Harry-Potter-Gleis fotografiert, versuchtes Sightseeing, aber sorry: 9,50 Pfund EINTRITT für eine KIRCHE (St. Paul’s Cathedral) – nein danke, so nicht. Ab in den Hyde Park, Tretbootfahren auf der Serpentine (Bei Gegenwind ist es sauschwer, das Boot richtig zu wenden, waren danach fix und alle!), Squirrels gefüttert und für niedlich befunden, abends Abendessen im Wagamama (www.wagamama.com), meinem neuen Lieblingsfastfood – japanisch! Total klasse und nicht zu teuer.
Tag 4: Auschecken, obligatorisches Starbucks-Frühstück, Besuch von Harrods (fett!), Mittagessen erneut im Wagamama, nachmittags Zeit vertrödelt (in der Jermyn Street die Läden fotografiert), letzter Kaffee im Starbucks, Gepäck geholt, mit der Tube nach Liverpool Street Station, dort zum Stansted Express, Fahrt nach Stansted, Einchecken, Heimflug.
Wer sagt eigentlich, dass London teuer ist? Gut, okay, teurer als hier™ ist es allemal, aber sooo abartig nun auch nicht, wenn man sich an Fast Food hält.
Beim Einkaufen kann einem das Geld natürlich aus der Hand fließen, keine Frage. Jedenfalls hat sich der Trip gelohnt. War wirklich klasse.
Beachten Sie bitte auch unsere neueste Wortkreation: Andengsel (eine Mischung aus Andenken und Mitbringsel)